Johanniskräuter – Ein Vergleich

In Mitteleuropa sind neun Johanniskrautarten heimisch, die oft untereinander auch vergesellschaftet vorkommen. Dabei wird besonders das Hypericum perforatum medizinisch genutzt. 
 
 
Eine Wildsammlung sollte bei trockenem, sonnigem Wetter morgens oder vormittags erfolgen. Gepflückt werden die blühenden Blüten mit dem oberen Drittel der Stängel. Verwelkte Blüten und Samenkapseln werden nicht verwendet. Die Blüten werden als Strauß aufgehängt in der Sonne getrocknet und anschließend weiter verarbeitet oder in verschlossenen Dosen aufbewahrt.
Damit bei Wildsammlungen keine Verwechslungen auftreten, folgt ein Vergleich der gängigen Hypericum-Arten.
 

 

Hypericum

perforatum

Hypericum 

montanum

Hypericum

maculatum

Hypericum

hirsutum

Name

(Tüpfel)-Johanniskraut

Hartheu

Berg-Johanniskraut

Berg-Hartheu

Geflecktes Johanniskraut

Behaartes Johanniskraut

Vorkommen

Europa, Westasien, Kanarische Inseln, Nordafrika

ganz Europa, bis in Höhe von 1500m

Europa und Westasien bis in Höhen von 2300m

Europa und Westasien

Standort

trockene Stellen, Heiden, Wegränder, Waldlichtungen

sonnenwarme Wälder und Gebüsche

feuchte Laubwälder, Gebüsche, Bergwiesen

zerstreut in Gebüschen, Laub- und Tannenwäldern, kalkliebend

Blütezeit

Juni bis August 

Juni bis September

Juni bis September

Juni bis August

Wuchshöhe

30 – 60 cm

30 – 80 cm

25 – 60 cm

40 – 100 cm

Stängel

stielrund mit zwei Längskanten besetzt, markig gefüllt, unten verholzt

stielrund, aufrecht, kahl

vierkantig, kahl, hohl

stielrund, aufrecht, dicht behaart

Laubblätter

länglich, durchscheinend punktiert, randständige schwarze Drüsen

gegenständig, eiförmig, randständige schwarze Drüsen

breiteiförmig,  spärlich punktiert

oval oder länglich, beidseits leicht behaart, kurz gestielt, durchscheinend schwarz punktiert

Kelchblätter

schmal, fein zugespitzt, doppelt so lang wie Fruchtknoten

lanzettlich spitz, am Rand deutlich gestielte schwarze Drüsen

stumpf, eliptisch, drüsig punktiert, 1½ mal so lang wie Fruchtknoten

lanzettlich, kurz, mit gestielten, schwarzen Wimperndrüsen

Blütenstand

vielblütige Trugdolde

am oberen Ende der Stängel fast kopfig

rispig

pyramidal, locker

Kronblätter 

goldgelb, 5, windradartig, auf einer Seite gezähnt, am Rand schwarz punktiert

radiärsymmet-rische Blüten, 

gelb, 5, 1½ mal so lang wie Kelchblätter, ohne Drüsen

gelb, 5, symmetrisch, schwarz drüsig  gefleckt, 3-4 mal so lang wie Kelchblätter

gelb, 5, 

8 – 10 mm lang

Staubblätter

60 – 100 in drei Büscheln

zahlreich

bis 100, büschelig gruppiert

24 – 30, länger als Kronblätter

Frucht

dreikantige, vielsamige Kapsel, öffnet sich mit 3 Klappen, dunkelbraune Samen

Kapsel mit schwarzen Samen

vielsamige Kapselfrucht

ei- bis kegelförmige Kapsel mit braunen Samen

 
Verfasserin:
Dipl.-Ing. Anke Herrmann, Heilpraktikerin
 
Quellen:
/1/ Schauenberg, Paul: BLV Bestimmungsbuch Heilpflanzen, BLV Verlagsgesellschaft, München, 1981, S. 94 ff
/2/ Autorenkollektiv: Pflanzen und Tiere, Ein Naturführer, Urania-Verlag, Leipzig, Jena, Berlin, 1979, S. 94
/3/ Brück, Michael: Heilkraft und Aberglaube, KVC Verlag, Essen, 2004
/4/ Blechschmidt, Manfred: Das erzgebirgische Kräuterbuch, Altis-Verlag GmbH, Berlin, 1997, S. 82