Die Wegwarte – ein Wirtshaus für Hosenbienen

Die Wegwarte wurde vom NHV Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2020 gekürt. Sie nimmt aber auch einen wichtigen Platz im komplexen Gemeinschaftssystem von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen ein.
 
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Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus e.V. (NHV Theophrastus), Sitz München
 
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NHV Theophrastus – Organisationsbüro
Reichenhainer Str. 175
 09125 Chemnitz
 
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+++ PRESSEARTIKEL +++
 
VOM 20.04.2020
 
Wegwarte – ein Wirtshaus für Hosenbienen
 
Die Wegwarte wurde vom NHV Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2020 gekürt. Sie nimmt aber auch einen wichtigen Platz im komplexen Gemeinschaftssystem von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen ein. 
Im „Gästebuch“ der Wegwarte stehen Käfer, Hummeln, Schmetterlinge, Bienen und Schwebfliegen. Meisen und Stieglitze haben deren Samen auf ihrer winterlichen Speisekarte. Braunbürstige Hosenbienen – eine Wildbienenart - sind Stammgäste der Wegwarte. Denn sie sammeln nur dort für sich und ihren Nachwuchs Nahrung, sowie auf wenigen anderen Blumen der Korbblütler-Untergruppe Cichorioideae. Wegwartenblüten öffnen sich sehr früh am Morgen und verblühen auch schnell wieder. Deshalb müssen diese Hosenbienen früh aufstehen, damit sie mit ihrer Arbeit fertig sind, wenn das „Wirtshaus“ gegen 14 Uhr geschlossen wird.
Wer Wiesenblumen und damit auch Insekten mehr Lebensraum bieten möchte, kann im Mai Wegwarte im eigenen Garten aussäen oder eine „wilde Ecke“ wachsen lassen, auf der allen Wildblumen das Blühen erlaubt wird.
Insekten können Blühangebote jedoch nur nutzen, wenn der Wohnungsmarkt genügend Quartiere in der Nähe bereithält, denn sie fliegen oft nur wenige hundert Meter weit. Weil Wildbienenarten ab März unterwegs sind, wäre das Realisieren eines neuen Siedlungsprojektes im Februar am günstigsten. Für Hosenbienen reicht es auch noch im April oder Mai, denn sie haben erst ab Juni Ausgang. Dazu können für die im Boden nistenden emsigen Bienchen große Pflanzkübel, Hochbeete oder auch ein Sand-Erde-Hügel in sonniger, trockener Lage dienen. Feiner ungewaschener Natursand, gemischt mit etwas Erde, muss Schicht für Schicht festgestampft werden, bis mindestens 50 Zentimeter Höhe erreicht sind. Bewuchs sollte möglichst verhindert werden. Dabei können kleine, locker gelegte Steine helfen. Zur späteren Pflege sind keimende Pflanzen vorsichtig zu entfernen, ohne die vielleicht schon darin befindlichen Kellerwohnungen durch Hacken zu beschädigen. So wird ein jährlicher Neubezug garantiert sein, denn Wildbienen kehren gern an den Ort zurück, wo sie geschlüpft sind. Insektenhotels, wie sie im Handel angeboten werden, sind für Wildbienen eher nicht geeignet, denn sie locken meist nur Arten an, die es ohnehin häufig gibt und leisten schädlichen Parasiten Vorschub.
Erkennbar sind Hosenbienen-Weibchen durch ihre sehr langen, gelb-braunen Haare an ihren Hinterbeinen, mit denen sie große Mengen Pollen und Nektar transportieren können. Hosenbienen-Männchen tragen keine solchen „Pumphosen“. Daher unterscheiden sie sich kaum von anderen Wildbienen. Sie sind lediglich für die Begattung zuständig und sterben bald danach. 
Die Notwendigkeit einer intakten Umwelt zur Sicherung menschlicher Grundbedürfnisse ist keine neue Erkenntnis, gerät aber immer wieder in Vergessenheit. Auswirkungen werden dann zum Teil drastisch spürbar. Die Gesundheit von Mensch und Natur ist nicht trennbar. Bereits Paracelsus (1493-1541), der Reformator der Medizin, formulierte: „Wird die Natur geschützt, so ist sie es selbst, die alle Krankheiten heilt.“ 
Gehen wir achtsam mit Tieren und Pflanzen um, so leisten wir einen persönlichen Beitrag zur Gesundung der Natur und damit auch für unser eigenes Wohlbefinden.
 
Der NHV Theophrastus setzt sich für die Verbreitung naturheilkundlichen Gedankengutes und einer gesunden Lebensweise bei Jung und Alt ein. Durch die Kür der „Heilpflanze des Jahres“ möchte er auf Schätze der Natur und deren sinnvolle Nutzung aufmerksam machen.
Informationen zu diesen Themen sind im Internet unter  www.nhv-theophrastus.de veröffentlicht oder können im Organisationsbüro des Vereins gratis bezogen werden. 
 
Maria Vogel, Dipl.-Ing. (FH) Pharmazie 
NHV Theophrastus, April 2020